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Baumschutzgruppen Vest protestieren gegen RVR- Abholzung von hunderten Bäumen in Marl Nord

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Mit einem Brief an die Direktion des Regionalverband Ruhr protestiert die Baumschutzgruppe Vest Recklinghausen gegen die umfangreichen Rodungen, die der Forstbetriebshof RVR Ruhr-Grün im Marler Norden durchführt hat.

über 800 Bäume gefällt

Bisher sind dort laut Beobachtung  über 800 kerngesunde Laubbäume, hauptsächlich Buchen und Eichen gefällt worden.

Baumschutz=Klimaschutz!!!

„Der RVR prahlt mit dem Anpflanzen von 5 Millionen Bäumen, sagt aber nicht wieviele entfernt wurden oder werden. Es ist zu vermuten , das dieses Kernholz über Rotterdam nach China exportiert wird, unsere Wälder werden ausgeplündert!“ so die Bi.Sprecher Bettina Hahn und Christian Thieme.

Der Brief

Sehr geehrte Frau Geiß- Netzhöfel.
Mit erschrecken sehen wir Marler Bürger und Mitglieder unserer Baumschutzgruppe die umfangreichen Rodungen auf dem Marler Waldgebiet „Am Steinberg“, welches kürzlich vom Regionalverband Ruhr von der Ruhrkohle AG übernommen wurde.
Nach persönlicher Rücksprache mit dem Zuständigen Sachbearbeiter im oG. Forsthaus wurde mir erklärt, das es sich bei der genannten Maßnahme um eine Verjüngungs- Aktion zur Ertüchtigung des Waldes handeln würde, und ausschließlich, O Ton: „alte, zum Tode geweihte“ Bäume aus dem Bestand herausgenommen werden.
Weiterhin wurde mir erklärt das der RVR sozusagen, „Zweigleisig fahren würde“ bezüglich der kommerziellen Nutzung des Holzes und der Erholungsfunktion des Waldes für die Bevölkerung.
Bei unserer Begehung, haben wir hunderte Eichen und Buchenstämme dokomentiert, die abholbereit an Wegestand bereitliegen, Rückegassen mit tiefem Fahrspuren führen weit in Waldbereiche in denen diese Bäume entnommen wurden.
Die hier durch sogenannten „Schirmschlag“ entstandenen Lichtungen, werden laut forstwirtschaftlicher Erfahrung bei Wetterperioden mit Niederschlagsmangel zur Austrocknung und Dürre im Rodungsgebiet führen.

Uns erschließt sich nicht, sehr geehrte Frau Geiß-Netthövel, wie ein solchermassen von seinen alten Biotop- Bäumen befreiter, durchselektierter Wald irgendeine ökologische Funktion, sei es für den Klimaschutz, der Biodiversität oder die vom RVR vielgepriesene Ertüchtigung des Waldes im Zeitalter des Klimawandel haben könnte.

Wir fordern Sie freundlich auf, uns hierzu eine detaillierte Stellungnahme ihrer Behörde mitzuteilen.

Hochachtungsvoll,
I.A. Christian Thieme.
Baumschutzgruppe Vest Recklinghausen.

„Baumschutz ist Klimaschutz“ Baumschutzgruppen demonstrierten vor dem Marler Stadtrat

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Mehre Aktivisten der Baumschutzgruppen Vest und Recklinghausen, hatten eine entspannte Kundgebung vor der Marler Scharounschule, wo die letzte Ratsitzung vor den Sommerferien stattgefunden hat. Verstärkt wurde die Protestaktion, die unter dem Motto „Baumschutz ist Klimaschutz“ stand, von Mitgliedern der Recklinghäuser Baumschutzgruppe. Sprecherin Bettina Hahn gab dem Marler MZ Redakteur Herrn Mohr eine kurze Information über die Zielsetzung der Aktion, die demnächst auch in anderen Kreisstädten „Schule machen wird.

Baumschutzgruppe VEST stellte Fragen an den Marler Stadtrat


Sprecher Christian Thieme 
bat in seiner Ratsanfrage Bürgermeister Werner Arndt, sich dafür einzusetzen, das der Hülser Wald und das Jahnstadion der Hülser Bevölkerung als Park und Naherholungsgebiet erhalten bleibt. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Klimasituation wäre der Ratsbeschluss aus dem Jahre 2017 nicht mehr zeitgemäß. Heute würde man sich bedingungslos für den Erhalt des Grünräumes und der Frischluftschneise für den Hülser Ballungsraum entscheiden. Ein Ratsentbeschlus könne auch revidiert werden, sollten sich die Ratsmitglieder neu orientieren, so Werner Arndt. Die Aktivisten hoffen auf ein Umdenken in der Stadtplanung, einzelne Parteien signalisierten gestern bereits ihre Unterstützung.

Baumschutzgruppen protestieren am Donnerstag vor der Marler Ratssitzung

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Am morgigen Donnerstag den 25 Juni protestieren die Baumschutzgruppen im Vest Recklinghausen vor der Ratsitzung des Marler Stadtrates. (Scharounsschule in Marl Drewer, 15 Uhr) Es geht um das immer noch beabsichtigte Bauprojekt der Essener Fakt AG auf dem Gelände des Jahnstadion und des Marl Hülser Waldes.
Obwohl der Optionsvertrag zum Kauf des Waldes und dem Geschichtsträchtigen Denkmalschutz – würdigen Jahnstadion, seit über einem Jahr abgelaufen ist, agieren die mit Ratsmehrheit regierenden Fraktionen im Sinne des Marler Investor und Chef der oben genannten Firma, Prof. Hubert Schulte Kemper.

Die Baumschutzgruppen fordern

Wir fordern von jeder der im Stadtparlament vertretenen Parteien, die Revision des im Jahre 2017 beschlossenen Ratsentscheides, vor dem Hintergrund der veränderten Klimasituation im Ballungsraum unseres Stadtteiles. Wir bitten unseren sehr verehrten Bürgermeister Werner Arndt und den Fraktionsvorsitzenden der Christdemokratischen Partei Thomas Terhorst, alles in in ihren Möglichkeiten zu tun, um unseren Wald der Bevölkerung als Naherholungsgebiet zu erhalten.

Einwände gegen den Bebauungsplan 224 Jahnstadion

Ein Vertreter der Baumschutzgruppe VEST legte gegen den Bebauungsplan Einspruch ein:
1.) Sämtliche von Naturschützern vorgetragenen erheblichen Bedenken, waren bei der Offenlegung der Flachenplannutzungsänderung im Dez. 2017 bis Jan. 2018 nicht ausgelegt. Bei meinem Ortstermin am 12. Januar (Liegnitzer Straße) wurde mir, trotz Nachfrage, kein Gutachten oder Stellungnahme vorgelegt, obwohl diese Dokumente der Behörde vorgelegen haben. Die Bürgerinitiative betrachtet diese gesetzlich vorgeschriebene Offenlegung als nicht ordnungsgemäß durchgeführt. Bedenken sind im Umweltbericht der Stadtverwaltung, nicht sachgerecht abgewogen worden. Darin wurden einseitig die Belange des Investors berücksichtigt, zu Lasten von Natur und Umwelt.

Der Bebauungsplan berücksichtigt nicht ausreichend die Umweltbelange im Stadtteil Hüls
Im einzelnen sind dies:
a. ) Der Landschaftsplan Vestischer Höhenrücken (Kreis Recklinghausen), der als behördenverbindliches Entwicklungsziel die „Erhaltung der Freiraumfunktionen der städtischen Grünzüge “ dargestellt. b.) Der Grünordnungsrahmenplan (Stadt Marl 2006), der die umgebenden Waldflächen des Jahnstadion als zu erhaltende Bestandteile der innerstädtischen Grünzüge dargestellt. Es wird empfohlen von einer Bebauung abzusehen und den Waldbestand zu erhalten, sowie das Stadion selbst naturnah zu entwickeln bzw. extensiv zu nutzen
. c.) Die Waldfunktionskarte, nach der die Waldflächen Erholungs, Klimaschutz und Sicht-bzw. Immissionsschutzfaktoren aufweisen.

d.) Das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Marl (2013). Die Aussagen und Schlüsse die aus dem städtischen Umweltbericht hervorgehen sind widersprüchliche Annahmen, und halten einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand. Vor allem sind die schädlichen Auswirkungen dieser großflächigen Bebauung auf das Stadtteilklima nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Ausgleichspflanzungen in Haltern sind kein Ersatz für die Abholzung des Hülser Waldes.
2.) Der Bebaungsplan widerspricht klar dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2025+ (Isek). Dieser sieht unter anderen die Wahrung naturnaher Räume vor. Die Zerschneidung der Landschaft soll vermieden werden. Den Bürgerinnen und Bürgern des Stadtteil Hüls wird ihr Fußläufig erreichbares Naherholungsgebiet genommen. Dieser Wald ist seit Generationen ein öffentlich zugänglicher Park, mit angelegten Spazierwegen mit Abfallbehältern und Beleuchtung. Das traditionsreiche Fußballstadion soll wieder einem Sportverein als Spielfläche zur Verfügung gestellt werden. Die Tribünen- Konstruktion aus ist keinesfalls so Baufällig wie von städtischer Seite behauptet wird . Vielmehr ist dieses historische Bauwerk als einzigartiges, Pylongetragenes Tribünengebäude in Deutschland, unbedingt Denkmalschutz würdig. Der Abriss und die Veräußerung des Jahnstadion kommt einer Kulturstättenzerstörung gleich. Die Mehrheit der Marl -Hülser Bürgerinnen und Bürger sind damit nicht einverstanden.

Herrn Bürgermeister

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Sie haben im vergangenen Monat den offenen Brief unserer Baumschutzgruppe betreffend des überfälligen Wald und Grünraum Schutz im Kreis Recklinghausen und darüber hinaus erhalten. Leider haben wir dazu von Ihnen keine Bestätigung bzw. Stellungnahme bekommen, ausgenommen die Herren Bürgermeister Ulrich Roland (Stadt Gladbeck) und Tobias Stockhoff (Stadt Dorsten), hierfür wir uns ganz herzlich bedanken. Nochmals möchten wir für unser Anliegen werben, und bitten Sie hiermit freundlich um Weiterleitung unseres Brief vom Nov. 2019 an die einzelnen Fraktionen in Ihrem Stadtparlament, wir freuen uns auf Kritik und Reflektion aus den Parteien, gerne hätten wir eine Antwort zu unseren Fragen. Aufgrund der Dringlichkeit zu konkreten Klimaschutz- Maßnahmen, diese spiegeln sich unter anderen im Kreistagsbeschluß (Vestischer Klimapakt) oder Ausrufung von Resolutionen (Klimanotstand) einzelner Kreisstädte, verweisen wir auf unsere Forderungen, die mithelfen, die zukünftig zu erwartenden Extremtemperaturen die Klimawandel- bedingt auf unsere Städte zukommen, abzumildern. Vor allem könnten unsere Stadt Bäume durch eine einheitliche Baumschutzsatzung nach dem Vorbild der kürzlich inkraftgetretenen Recklinghäuser Satzung wirkungsvoller geschützt werden. Stichwort: „Den Bäumen eine Stimme geben! Auch die Aufforstung kommunaler Flächen, die an nicht ökologisch wirtschaftende Betriebe verpachtet sind, ist eine wirksame Maßnahme zum Arten- und Klimaschutz, wir fordern Sie auf, diese Verträge auf Ihre Nachhaltigkeit zu prüfen und gegebenenfalls zum nächstmöglichen Termin kündigen oder entsprechend zu ändern. Unsere Forderung zur Beendigung von Flächen- und Naturverbrauch durch Wohn- und Gewerbegebiete in ihrem Stadtgebiet ist virulent und gehört aufgrund der Rechtsunsicherheit die durch die geplante Änderung des Landesentwicklungsplan (LEP) im Regionalverband Ruhr (RVR) zurückgestellt, bis ein neues Ruhrparlament gewählt und das Gesetz demokratisch legitimiert ist.
Inzwischen sollte auf allen Ebenen von Verwaltung und Stadtplanung klar sein, das ein „weiter so“ in Sachen Umwelt – Ressourcenverbrauch zulasten der kommenden Generationen geht, und ihr Recht auf eine lebenswerte Zukunft zunichte macht. Bitte nutzen Sie, geehrter Herr Bürgermeister, jede Option zur konstruktiven Lösung von Problemen die sich durch den Klimawandel für ihre, unsere Zivilgesellschaft ergeben.

Mit freundlichem Gruß Christian Thieme, Baumschutzgruppe Vest, Sprecher.

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Offener Brief zum Thema: Aufforstung und Baumschutz im Kreis Recklinghausen

Sehr geehrter Herr Landrat Süberkrüb,

Danke für Ihre Nachricht bezüglich unseres offenen Brief an die Kreisstädte. Gerne würde ich Ihrer Aufforderung zur evtl. Richtigstellung von Textinhalten nachkommen, sollten diese sich als falsch herausstellen. Natürlich haben wir bei unserem Gespräch im Kreishaus keine Vereinbarungen getroffen, auch haben Sie uns keine konkreten Zusagen zu unseren Forderungen gemacht. Wir hatten aber sehr wohl den Gesamteindruck das Einvernehmlichkeit zur Notwendigkeit von Klimaschutz Maßnahmen, auch und vor allem unter der Regie der Kreisverwaltung und ihrer Umwelt- und Naturschutz- Behörde beabsichtigt ist. Sollte unsere Aufforderung an die Hauptverwaltungen zur Kontaktaufnahme mit Ihrem Hause betr. Änderung, bzw. Verzicht kommunaler Hoheit in Sachen einheitlicher Baumschutzsatzungen der Anlaß ihrer Beanstandung sein, so bin ich gerne bereit dies richtigzustellen. Wenn nicht, dann bitte ich Sie sehr geehrter Herr. Landrat Süberkrüb, um entsprechende Präziserung der Vorwürfe die Ihrer Meinung nach, in unserem Offenen Brief unrichtig dargestellt worden sind.

Mit freundlichen Grüßen Christian

Thieme Sprecher der Baumschutzgruppe Vest

Offener Brief an die Bürgermeister im Kreis Recklinghausen

Baum- und Klimaschutz in Ihrer Stadt somit im Kreis Recklinghausen

Sehr geehrte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister,

Im Namen und im Auftrag der Mitglieder unserer Baumschutzgruppe wende ich mich an Sie mit der Bitte, an der Umsetzung folgender, für unsere unmittelbare Umwelt überaus wichtigen Planungs-Verwaltungs-Maßnahmen mitzuwirken. Wie Sie sicherlich von Herrn Landrat Süberkrüb oder Ihren Kreistagsabgeordneten erfahren konnten, haben wir bei einem persönlichen Gespräch im Kreishaus, Forderungen nach grundlegenden Änderungen im Umgang mit unseren innerstädtischen Grünr.umen und stadteigenen Wäldern gestellt. Dieses Gespräch am 6. September 2019, war auch von Herrn Malden von der Unteren Naturschutz Behörde und Herrn Fischer vom Umweltamt begleitet, wobei Einvernehmen in der Umsetzung von Maßnahmen die dem Klimaschutz im Vest Recklinghausen dienen, erzielt worden ist. Hier gehört, unserer Meinung nach, alles auf den Prüfstand, welches das urbane Klima negativ beeinträchtigen, bzw. klimaschädliche Auswirkungen zur Folge haben könnte. Sowohl die Stadtplanung als auch die Forstwirtschaft muss im zweiten Jahr lang anhaltender Trockenheit und Temperaturrekorde grundlegend geändert werden. 1). Um der Rechtsunsicherheit in Sachen Stadt- Bäume bzw. Hecken, die in der Bürgerschaft vorherrscht zu entsprechen, fordern wir eine Ausweitung der jüngst vom Stadtrat in Recklinghausen beschlossenen Baumschutzsatzung auf alle Kreisstädte im Vest. Eine Vereinheitlichung hätte den Vorteil, das eine zur Zeit noch als Kavaliersdelikt betrachtete Praxis der eigenmächtigen, meist willkürlich getätigten Wochenende- Fällungen, auch für die beteiligten Firmen, strafrechtliche Konsequenzen hätte. Jeder Baum, der illegal und unkontrolliert gefällt wurde, fehlt in der Bilanz im Grünordnugsrahmenplan unserer Städte, konsequent müssen Zuwiderhandlungen im Anbetracht des Klimanotstands, ohne Unterschied des gesellschaftlichen Standes der Verursacher geahndet werden. Die bisherige Verwaltungspraxis, „Baurecht bricht Baumrecht“, gehört der Vergangenheit an. 2). Um den Mangel an Ausgleichsflächen für Baum-Ersatzpflanzungen bzw. Aufforstungsflächen zum Zwecke der CO-2 Bindung zu begegnen, fordern wir die Kündigung aller kommunalen Pachtverträge, welche mit landwirtschaftlichen Betrieben bestehen, die unser Land nicht auf ökologischer Basis bewirtschaften. Dies wäre, nicht nur unserer Meinung nach, ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und, um auch, dem dramatischen Insektensterben zu begegnen. Im Übrigen ist die intensiv geführte Landwirtschaft und die mit ihr verbundene Monokultur für Biogasanlagen, mitsamt dem Futtermittelanbau zur Massentierhaltung, der Hauptverursacher klimaschädlicher Treibhausgase. 3). Die urbane Stadtplanung hat sich zukünftig strikt an die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger bezüglich eines gesunden Stadtklimas zu richten. Geplante Baumaßnahmen in städtischen Grünr.umen, Parkanlagen, Feuchtgebieten oder auf der “grünen Wiese, sollten aufgrund der lokalen
Raumklima Schädigung mit einhergehender Atemluft Verschlechterung revidiert werden. Beispielsweise zu nennen ist hier unter anderen: Das exclusive Luxusquartierprojekt im Hülser Wald am Jahnstadionpark, das geplante Baugebiet Breewiesen in Marl Lenkerbeck, das Bauvorhaben im Castrop Rauxeler Stadtteil Habinghorst, die vorgesehene Stadtparkbebauung in Oer – Erkenschwick, usw.. Unsere Liste könnte hier den Rahmen dieses Briefes mühelos sprengen. Auch die geplanten Logistikzentren New Park in Datteln und Gate Ruhr in Marl sollten aus Gründen des zu erwartenden Individuellen Schwerlastverkehrs mit den einhergehenden Emissionen aufgegeben werden. Gewerbegebiete im kreisstädtischen Umfeld sind ausreichend vorhanden, es gibt keine Notwendigkeit hier neue anzusiedeln, wie z. B. im Herner Stadtgebiet (General Blumenthal) den Dattelner Gewerbepark Dillenburg oder dem Dorstener Gewerbegebiet Emmelkamp. Insgesamt ist die Versiegelung einer Fläche von über 250 Hektar für gewerbliche Spekulationsobjekte im Kreis Recklinghausen vorgesehen, zumeist auf Acker- oder Wiesenflächen. Die von der Landesregierung beabsichtigte Freigabe der endlichen Ressource Boden für einen entfesselten Flächenverbrauch lehnen wir aus den oben genannten Gründen ab. 4). Zu den umweltschädlichsten forstwirtschaftlichen Maßnahmen die im Auftrag der Städte vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW, in jüngster Vergangenheit durchgeführt wurden, gehören die sogenannten Schirmschläge, die vor allem in unseren alten Eichen- und Buchenwäldern nachhaltige Schäden angerichtet haben. Es wurde hier weder ein ökologischer noch ökonomischer Nutzen für unsere Städte erzielt, wie uns der Marler Bürgermeister auf Anfrage berichtete. Wir fordern daher die sofortige Beendigung dieser Praxis, unsere Wälder sind keine Holzfabriken die zur Verfügung dubioser Geschäftemacher und Spekulanten stehen, sondern Erholungsraum für Menschen und Rückzugsgebiete für Tiere. Wenn selbst renommierte Wissenschaftler und auch erfahrene Forstbeamte die Einstellung des Holzeinschlags zum Zweck der Anpassung der Laubwälder an den Klimawandel fordern, dann ist dies bei den anstehenden Ratsentscheiden zum jährlichen Forstwirtschaftsplan (Bestands+Arbeitsplan) bedingungslos zu berücksichtigen. Unsere Forderung zur Unterschutzstellung der letzten noch verbliebenen alten heimischen Laub- Mischwälder ist nicht nur ein Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt, sondern auch zum Natur- und Klimaschutz. Wir bitten Sie hiermit, sehr verehrte Frau Bürgermeisterin, sehr verehrter Herr Bürgermeister um Kontaktaufnahme mit Herrn Landrat Süberkrüb, sowie mit Ihren verehrten Abgeordneten im Stadt- und Kreisrat, wie die notwendigen Änderungen der kommunalen Gesetzgebung zeitnah und pragmatisch bewerkstelligt werden können. Zuletzt erlauben Sie mir noch den Hinweis und die Hoffnung, dass das Vest Recklinghausen ein Vorreiter und Beispiel für praktizierten Klimaschutz für andere Landkreise in Nordrhein-Westfalen sein könnte. Für ihre Initiative zur Bewahrung der Lebensräume unserer Kindeskinder also auch dem Schutz unserer Heimat, bedanke ich mich.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Thieme

Sprecher der Baumschutzgruppe Vest

Offener Brief zum Thema:

Aufforstung und Baumschutz im Kreis Recklinghausen

Sehr geehrter Herr Landrat Süberkrüb,
im Namen und im Auftrag der Mitglieder unserer Baumschutzgruppe Vest, wende ich mich an Sie. Leider ist der Grund für unser Anliegen kein erfreulicher, im Gegenteil, aufgrund fortschreitender Klimaveränderung, nicht nur in unserem unmittelbaren Lebensumfeld, sind wir alle und somit auch die politisch verantwortlichen Entscheidungsträger gefordert. Natürlich erwartet kein ernsthaft denkender Mensch, dass Politik und Wirtschaft im Kreis allein in der Lage ist, dieses globale Problem „in den Griff“ bekommen. Allerdings sollte europaweit auf lokaler Ebene zeitnah begonnen werden das Mögliche zu tun, um das scheinbar Unvermeidliche positiv zu beeinflussen. Das Vest Recklinghausen ist aufgefordert, beispielhafte Maßnahmen zu beschließen und in die Tat umzusetzen. Diese Maßnahmen müssen der Linderung extremer Wärmeperioden und zur Besserung der nationalen Klimabilanz dienen. Eine der zentralen Forderungen führender Wissenschaftler zur Bindung von Treibhausgasen, ist die weltweite Aufforstung auf allen zur Verfügung stehenden Flächen. In Deutschland sind dafür 2.900.000 ha angemahnt worden (Quelle: ETH Zürich).
Betrachtet man die, teilweise sehr unglücklichen, Entscheidungen der Unteren Naturschutzbehörde, die zu verheerenden Abholzungen geführt haben, oder nur das aktuelle Fichten- und Buchensterben aufgrund der anhaltenden Trockenzeit, dann ist Eile geboten, denn ein gesunder Wald entsteht erst in Jahrzehnten und aus sich selbst heraus. Unbedingt gehört ein neues und nachhaltiges Waldbaukonzept installiert, dass die alten Bäume unter Schutz stellt, zumal die Rodungskosten höher sind als die Einnahmen aus dem Holzverkauf. Hier ist das Regionalforstamt gefordert, die auch unter Fachleuten umstrittene Kahlschlag- Praxis in unseren kommunalen Mischwäldern zu unterlassen, bitte intervenieren Sie hier.

Ich bitte Sie, Herr Süberkrüb, hiermit um Unterstützung und Einflussnahme bei der Freigabe des öffentlichen Eigentum zur kreisweiten Aufforstung von Baumkulturen, die an die veränderten Umweltbedingungen angepasst sind. Laut meiner Auskunftsanfrage an die Stadt Marl, sind zur Zeit ca. 80 Hektar kommunaler Landfläche an landwirtschaftliche Betriebe verpachtet, die für eine Kultivierung in Frage kommen. Inwiefern unsere Nachbarstädte ebenfalls über verpachtete Flächen verfügen, die für zusätzliche Bewaldung in Frage kommen, gilt es herauszufinden. Betrachtet man nur den Mangel geeigneter Flurstücke für Ausgleichspflanzungen im Umland, dann ist es naheliegend, das Alternativen bereitgestellt werden, die helfen das Klima im industriellen Ballungsraum, nördliches Ruhr- und Emschergebiet zu verbessern. Nicht zu unterschätzen ist auch die Wirkung zum Umweltschutz und zur Biodiversität im gegenwärtigen Zeitalter des Artensterbens.

Herzlichen Dank für ihre Bemühungen, Herr Süberkrüb, die junge Generation wird ihren Einsatz für unsere Welt zu würdigen wissen.

Mit freundlichem Gruß
Christian Thieme Sprecher der Baumschutzgruppe Vest

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Sinn und Aufgabe der Baumschutzgruppe  Vest ist es, der zunehmend leichtfertigen und willkürlichen Abholzung im Kreis Recklinghausen die „Stirn“ zu bieten. Jeder interessierte  Bürger kann sich über und mittels des eingerichteten Forums engagieren und seine Einwände , Anregungen, Beobachtungen etc. publizieren.  Beabsichtigt ist eine Öffentlichmachung der von Politik und Verwaltung geübten Praxis  nach „Gutsherrenart“ über unseren zum Teil Jahrhunderte alten Baumbestand zu verfügen.

Wir fordern eine Neuordnung der jetzigen kommunalen  Umweltpolitik in Sachen Baumschutz. Gefordert wird ausserdem die Offenlegung aller Daten und Summen die bei der Vermarktung und Auftragsvergabe an die ausführenden Firmen anfallen.

Die grosszügige Veräusserung  der letzten stadteigenen Wald- und Grünflächen. zwecks schnelltsmöglicher Bebauung  ist ein Klima und Volkswirtschaftlicher Irrweg der jeden  gesunden Menschenverstand vermissen lässt.

Rund um die wertvolle Ressorce Holz hat sich eine undurchsichtige Geschäftemacherei  etabliert,  auch und vor allem kommunal betrieben. Dies hat direkte Auswirkung auf unsere Atemluft und der zukünftigen Lebensqualität unserer Kinder.

Ich bitte alle verantwortungsvoll denkende Menschen jeden Alters, sozialer und politischer Coleur zur aktiven Mitwirkung  an die  für unsere Gesellschaft überlebens wichtige Aufgabe.

Christian Thieme 

Sprecher der Baumschutzgruppe Vest

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Wir mischen uns ein: Zu viele alte Bäume fallen der Säge zum Opfer. Wir schaffen Öffentlichkeit zugunsten eines behutsameren Umgangs mit dem bestehenden Baumbestand, der in der heutigen Zeit als Klimapartner in seiner wichtigen Funktion nicht unterschätzt werden darf.

Bäume bringen Leben und Schönheit in Straßen voller Asphalt und Zweckbauten. Sie verbreiten frische Luft, mindern den Lärm und sind das Zuhause von Amsel, Drossel, Fink und Star. Leider sind die Bäume in der Stadt vielfältigen Gefahren ausgesetzt und werden selten alt. Es fehlt an gutem Willen, es fehlt an Geld, und Bäume stehen im Weg, wenn gebaut werden soll. Daher benötigen die Bäume unseren Schutz. Sie sind angewiesen auf Bürger, die für ihren Erhalt kämpfen und auf Gesetze, die der Säge Einhalt gebieten. Besonders gefordert sind Politik und Verwaltung. Vor allem an sie richten wir uns mit unseren Vorschlägen.

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