Stadtbäume

 

Bäume bieten Lebensräume. Singdrossel, Buchfink und viele weitere Vogelarten bauen ihr Nest im Geäst. Spechte zimmern Höhlen, in denen später Meisen, Kleiber und andere Vögel nisten. Auch Fledermäuse und seltene Käfer bewohnen Baumhöhlen, auch im Winter. Dieses Tierleben in den Bäumen hat rechtliche Folgen: das Recht des Besonderen Artenschutzes gelangt zur Anwendung (§§ 44, 45 Bundesnaturschutz­gesetz, fortan: BNatSchG). Sämtliche europäische Vogelarten zählen zu den „besonders geschützten Arten“. Einige Vogelarten und alle heimischen Fledermausarten besitzen einen noch höheren Schutz­status: sie sind „streng geschützt“.

Geschützt sind nicht nur die Tiere, sondern auch ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten (§ 44 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG). Wer einen Baum fällen will, muss prüfen, ob sich dort Nist- oder Ruhequartiere befinden. Ein Baum, in dem Vögel brüten, darf nicht ohne weiteres gefällt werden. Ebenso geschützt sind Bäume mit Greifvogelhorsten und Fledermaushöhlen. Dauerhafte Quartiere stehen dauerhaft unter Schutz. Nur ausnahmsweise können derart geschützte Bäume gefällt werden. Dazu bedarf es einer artenschutzrechtlichen „Ausnahme­genehmigung“ oder einer „Befreiung“, die oft unter Auflagen erteilt wird.Der gesetzliche Schutz greift nur, wenn bekannt ist, ob sich geschützte Brut- und Ruhequartiere in dem Baum befinden, der gefällt werden soll. Die Baumschutzgruppe des empfiehlt: Wer Nester oder Baumhöhlen kennt, die von Fäll- oder Baumpflegearbeiten bedroht sind, kann dafür sorgen, dass dieses Wissen in die richtigen Köpfe gelangt. Wenden Sie sich an den Verantwortlichen für die Fällarbeiten oder an die Behörde!

Die Verkehrssicherungspflicht – Fällen der Sicherheit wegen

Durch umstürzende Bäume, durch abbrechende Äste kommen Menschen zu Schaden. So etwas passiert selten, doch es passiert. Hierfür haftet der Grundeigentümer, wenn er seine Verkehrssicherungspflicht vernachlässigt hat. Er hat zu tun, was erforderlich und zumutbar ist, um Gefahren zu beseitigen und Unfälle zu vermeiden. Deswegen werden Baumkontrollen durchgeführt, tote Äste aus den Baumkronen beseitigt und geschädigte Bäume gefällt. Je nachdem wo der Baum steht, gelten verschiedene Maßstäbe. Straßen müssen bei Wind und Wetter passierbar sein, Waldwege nicht. Bäume am Wegesrand müssen anderen Anforderungen genügen als Bäume abseits der Wege.

Bebauungspläne

Das Recht zu Bauen besitzt in Deutschland Vorrang gegenüber dem Baumschutzrecht. Wo gebaut werden darf, regeln die Bebauungspläne. Ist das Grundstück als Bauland ausgewiesen? Wo genau verläuft die Baugrenze? Welcher Teil des Grundstücks darf überbaut werden? In den Bebauungsplänen entscheidet sich, Flurstück für Flurstück, wieviel Raum der Natur bleibt. In vielen neueren Plänen finden sich auch Festsetzungen zum Baumschutz. Bebauungspläne können bestimmen, dass einzelne Bäume erhalten bleiben. Sie können anordnen, dass Bäume, Hecken und Sträucher gepflanzt werden, dass Fassaden und Dächer begrünt werden. Die Baumschutzgruppe  empfiehlt: Nehmen Sie bei der öffentlichen Anhörung zu neuen Bebauungsplänen rechtzeitig Einfluss zum Wohle der  Stadt! Es gibt keinen effektiveren rechtlichen Weg zum Baumschutz!

 

Der Wert unserer Stadt- und Straßenbäume ist unschätzbar. Neben zahlreichen wichtigen Faktoren regulieren sie z. B. das Mikroklima, spenden Schatten, filtern Emissionen aus Luft und Boden, werten das Stadtbild auf und sind Lebensraum stadttypischer Vogel- und Insektenarten. Gleichwohl sind Stadt- und insbesondere Straßenbäume z.T. extremen Bedingungen, wie Bodenverdichtung & -versiegelung, Stadtklima (Überwärmung, Trockenheit), Luft- und Bodenschadstoffen, Streusalz, Kunstlicht u.v.m. ausgesetzt, weshalb sie kaum die Hälfte ihres potenziellen Lebensalters erreichen.

Durch die Auswirkungen des Klimawandels verschlechtern sich die Standortbedingungen unseres Stadtgrüns zusätzlich. Einige bewährte Arten zeigen heute bereits deutliche Probleme aufgrund der veränderten Verhältnisse. Ebenfalls problematisch ist die zu erwartende zunehmende Einwanderung neuer Schadorganismen, die sich aus der Verschiebung der Klimazonen ergibt.

 

Wieviel Bäume werden für die Bebauung des Jahnstadions und des Waldes in Marl Hüls gefällt ?

Die Frage, wie viele Bäume für die Bebauung des Jahnstadions gefällt werden,  wurde trotz mehrer Nachfragen der Bürger bei der Stadt Marl nicht beantwortet. Weder bei der Bürgerinformation in der Ernst Immel Realschule noch in der Fragestunde des Marler Stadtrates. Jetzt sind Bürger zur Tat geschritten und haben die Bäume die vorraussichtlich gefällt werden mit einem Kreuz markiert.

Werden 300 alte Eichen und Buchen gefällt?

Mitglieder der Bürgerinitiative  haben   eine Baumzählung durchgeführt. Dabei wurden nur Bäume mit einem Stammumfang von 80 cm gezählt. Das Ergebnis ist erschreckend, über 300 alte Eichen und Buchen stehen auf der Abschussliste, hunderte nachwachsende Bäume in diesen Mischwald nicht mitgerechnet. Die Pläne zur Bebauung stehen ja im Internet, dort gibt es auch  Bilder der geplanten Bebauung.
Das die Marler Stadtverwaltung die Anzahl der Bäume die der  Bebauung zum Opfer fallen nicht beantworten kann ist unverständlich.  Christian Thieme: Die Frage, wie viele Bäume für die Bebauung des Jahnstadions gefällt werden wurde von der Baudezernentin Baudeck nicht beantwortet. Halbwegs intelligenten Mitteleuropäern , die der einfachsten Mengenlehre mächtig sind , müsste es doch eigentlich möglich sein, die Anzahl der vom Bauvorhaben Jahnstadion betroffenen Bäume zu ermitteln. Die Frage nach dem Ausmaß der geplanten Rodungen im Bereich Waldschule und Jahnstadion wurde jetzt schon mehrfach gestellt. Die vagen Auskünfte wie, “ wenige “ oder “ einige “ sind langsam nicht mehr hinnehmbar. Offensichtlich ist man nicht in der Lage oder schlimmer noch , nicht gewillt hier offen zu kommunizieren. Man gewinnt langsam den Eindruck, dass es sich hier um bewussteVertuschungspolitik handelt, um den mündigen Bürger nicht gegen geplante Maßnahmen „aufzubringen“.

 

Natur erobert Industriebrachen zurück, auch auf der Halde Brinkfortsheide in Marl

Die Foto-Ausstellung „Industriewald Ruhrgebiet“ des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein Westfalen kann ab sofort im Sitzungsfoyer des Kreishauses Recklinghausen besichtigt werden. Landrat Cay Süberkrüb eröffnete die Ausstellung gemeinsam mit Reinhart Hassel, Leiter des Regionalfortsamts Ruhrgebiet, und Karl-Heinz Reckert vom Fachdienst Umwelt des Kreises.

Forderung an den Landrat zur Halde Brinkfortsheide

Christian Thieme Sprecher der Bürgerinitiative Marl Hüls: „Landrat Cay Süberkrüb sollte sich als Mitglied der der Regionalversammlung Ruhr auch für den Erhalt der Natur auf der Halde Brinkfortsheide in Marl einsetzen und sich klar gegen eine Schadstoffdeponie auf der Halde wenden.“

Natur statt Schadstoffdeponie ist die Forderung der Hülser Bürger.

Natur  erobert Industriebrachen zurück

Auf insgesamt 35 Fotos präsentiert sich das Zusammenspiel von Industrie und Natur im gesamten Ruhrgebiet. Die Ausstellung spiegelt in beeindruckender Weise die Kraft der Natur wider, die sich ihren Raum in den Industriebrachen zurückerobert. Gezeigt werden unter anderem die zehn Gewinnerfotos des Fotowettbewerbs „Industriewald Ruhrgebiet – mach Dir ein Bild!“, der von Wald und Holz NRW initiiert wurde. Die Fotomotive reichen von der Zeche Zollverein in Essen, über den Weihnachtssee in Bottrop bis hin zu einem Blick über die Raffinerie in Herten.

Halde Brinkfortsheide in Marl ist ein Beispiel

Industrie und Natur, Ruhrgebiet und wilder Wald – wie passt das zusammen, mag sich manch einer fragen. Dass dies durchaus eine gelungene Kombi sein kann, zeigt der Industriewald Ruhrgebiet.  Natur in die Stadt zurückbringen – und zwar dort, wo bisher nur industrielle Brachen schlummern.

Nun, da Zechen  ihre Tore geschlossen haben, erobert sich die Natur ihr Revier zurück – wenn auch in einem anderen Gewand.

Meist sind es struppige Stauden, deren Samen als erste auf die brachliegenden Gelände geweht werden, in der Erde Wurzeln schlagen und die schwarzen Bergehalden mit ihren Blüten hellgelb oder auch tiefblau sprenkeln. Schließlich siedeln sich nach und nach Birken, Weiden, Erlen und andere Bäume an – erst vereinzelt, dann immer dichter. Und während anfangs nur sehr genügsame Pflanzen den neuen Wald begrünen, sorgt ihr abgefallenes Laub mit seinen Nährstoffen dafür, dass mit der Zeit auch anspruchsvollere Arten wie Ahornbäume oder Eichen einwandern. Auf diese Weise sind im Ruhrgebiet bereits an vielen Standorten Industriewälder entstanden, zum Beispiel auf der Halde Brinkfortsheide in Marl, die sogar artenreicher als viele natürliche Wälder sein können. Die Industriewälder bieten Tieren und Pflanzen einen Rückzugsraum.

Die Ausstellung „Industriewald Ruhrgebiet“ ist vom 15. November bis zum 8. Januar 2018 im Kreishaus Recklinghausen zu sehen, im Sitzungsfoyer im ersten Obergeschoss.

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